Politische Bildung ist das Fundament der Demokratie

Politische Bildung ist das Fundament der Demokratie

Rechtsextremismus

Sie sind Feinde der Demokratie, sie halten ihr eigenes Volk bzw. ihre eigene Nation für höherwertiger, als andere Völker und Nationen, sie verachten Menschen, die nicht zu ihrer Nation gehören, sie verfolgen Menschen, die nicht ihrer Meinung sind.

Ungefähr 32.000 bekannte Rechtsextremisten in Deutschland teilen diese Ansichten und Meinungen.

Mit dem Wort „rechtsextrem“ werden Menschen bezeichnet, die der Meinung sind, dass nicht alle Menschen gleich viel wert sind. Rechtsextreme Gruppen diskriminieren Menschen, die anders aussehen, eine andere Hautfarbe und eine andere Meinung haben, die ihren Vorstellungen widersprechen. Einige Gruppen schließen sich über das Internet zusammen und verbreiten dort ihre rechtsextreme Meinung. Sie versuchen immer neue Leute dazu zu animieren, bei ihnen mitzumachen, denn um so mehr sie sind, um so stärker sind sie als Masse. Um nicht ausversehen auf so eine Seite im Netz zu stoßen, muss man vorsichtig sein und nicht jeden Link klicken, auch wenn er interessant aussieht. Falls es doch dazu kommt, sollte man in jedem Fall die Seite verlassen und am besten melden. Rechtsextreme benehmen sich oft gewalttätig und haben keine Scheu vor körperlichen Auseinandersetzungen. In Deutschland sind sogar schon Menschen gestorben, weil sie von Rechtsextremen verprügelt und misshandelt wurden. Sie machen vor nichts halt, was ihnen im Weg steht. Sie fühlen sich erst dann stark, wenn sie jemanden rassistisch beleidigt haben. Sie möchten sogar Gesetze aus der Verfassung ändern bzw. abschaffen. Die Verfassung nennt sich auch Grundgesetz. In diesem Gesetzbuch stehen Regeln, die alle  Bürger befolgen müssen und Dinge wie zum Beispiel, „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.“ Viele Gesetze passen den Rechtsextremisten nicht, da diese nicht ihre Vorstellungen unterstützen.  

Das größte Vorbild für rechtsextreme Menschen ist oft der frühere Diktator Adolf Hitler. Er war ein brutaler Herrscher, der von 1933 bis 1945 in Deutschland an der Macht war. Er und seine Anhänger, auch Nationalsozialisten genannt (kurz Nazis) glaubten, dass Deutsche besser wären, als andere Menschen. Der oder die perfekte Deutsche sollte also möglichst helle Haare haben und blaue Augen und seinen Befehlen ohne weiter nachzudenken folgen.

Besonders hasste Hitler die Juden. Er und seine Mitläufer verfolgten Juden und brachten in Europa mehr als sechs Millionen von ihnen um. Wegen dieser abscheulichen Ansichten wurden unschuldige Menschenleben beendet, ganze Familien auseinander gerissen, alle unterdrückt, die ihre Stimme erhoben und etwas gegen die Nazis gesagt haben. Sie ermordeten auch Menschen, weil sie zum Beispiel eine andere Meinung hatten oder weil sie behindert waren. Die Nationalsozialisten sahen die Welt durch ihre Augen und in dieser Welt sollte jeder sein wie sie. Es sollte keine Diskussionen bzw. Abstimmungen geben. Hitler hatte etwas befohlen und das war Gesetz. Leider gehören noch nicht alle von diesen Ansichten in die Vergangenheit. Dieses Weltbild bleibt in den heutigen Rechtsextremisten und Neonazis (Neonazis=neue Nazis) bestehen. Sie finden die Ideen von Hitler gut, weshalb sie auch der Meinung sind, dass alle Ausländer und  Menschen, die anders denken oder anders sind als sie, vertrieben werden müssen, egal wie. Sie sind gegen die Demokratie, da in dieser Gesellschaftsform jeder seine Meinung frei äußern darf und jede politische Entscheidung nur mit Abstimmung der Mehrheit beschlossen werden kann. Von sich selbst behaupten sie, dass sie die Interessen des Volkes oder der „Volksgemeinschaft“ vertreten. Sie wollen wieder eine Diktatur um den Anweisungen eines Herrschers folgen zu können. Jegliche Diskussionen über diese Ansichten lehnen sie allerdings ab.

Rechtsextreme sind häufig arbeitslos und widmen sich ganz ihren Ansichten und diese auch zu verbreiten. Um sich zu finanzieren sind sie oft im illegalen Waffen- und/oder Drogenhandel tätig.

Doch wie schließen sich eigentlich rechtsextreme Gruppen zusammen?

Die Grundvoraussetzung ist, dass sie natürlich alle der gleichen Meinung sind. Einer allein kann sich nicht gegen die Demokratie auflehnen, doch viele Stimmen können mehr bewirken, allerdings nicht immer Gutes. 1970 verwendetet man erstmals den Begriff „Rechtsextremismus“. Die Zusammenschließung solcher Gruppen gab es allerdings schon sehr viel früher. Durch ihre Weltansichten fühlen sie sich verbunden. Um ihre Gemeinschaft zu stärken und zu zeigen, wie viel Einfluss sie haben, singen sie fremden- feindliche Lieder und schwenken Flaggen mit verbotenen Symbolen, wie dem Hakenkreuz oder die Kriegsflagge des alten deutschen Kaiserreiches. Mit ihrem provokativen Verhalten, wollen sie auf die Zeit unter der Diktatur von Adolf Hitler erinnern und sind sich dabei ihren Straftaten sehr bewusst. Sie schließen sich manchmal Demonstrationen an,  um die friedlichen Demonstranten zu stören und nutzen das Ereignis für ihre Zwecke aus. Manchmal werden auch komplette Demonstrationen nur von Rechtsextremisten veranstaltet, um mit diskriminierenden Plakaten und Äußerungen wie, „Jedem Volk sein Land nicht für jedes Land ein Stück Deutschland“ oder „Der Islam kann bleiben, wo der Pfeffer wächst“ durch die Straßen zu ziehen. Wenn dann die Polizei kommt, um diese Demonstration zu stoppen, werden die Menschen meist aggressiv und fangen an zu randalieren. Doch damit es zu so etwas kommt, muss jemand erst einmal in solche Kreise abrutschen. Jetzt ist die Frage wie wird man eigentlich Rechtsextrem?

Meist fängt es schon früh. Besonders Menschen im Kindesalter können gut und einfach beeinflusst werden. Sie suchen sich Vorbilder, denen sie alles nachmachen und auch  deren Verhalten und Meinungsäußerungen folgen können. Häufig sind es Eltern, Freunde, Familie oder ein bestimmtes Umfeld in dem jemand aufwächst. Sachen, die zu Hause oder von bekannten Personen gesagt werden fühlen sich meist richtig und glaubenswert an. Kinder werden durch das beeinflusst, was sie um sich haben und hören. Sie können noch nicht zwischen richtig oder falsch entscheiden. Deshalb können sie auch beispielsweise durch Äußerungen im Fernsehen beeinflusst werden. Wenn in einer Fernsehsendung unterschwellige rassistische Andeutungen geäußert werden, könne sich diese schnell verbreiten und in der Wahrnehmung der Kinder für ganz normal gelten. Erst kürzlich warnte der Streamingdienst Disney+ vor „negativen Darstellungen und/oder falschen Behandlungen von Menschen oder Kulturen, in alten Episoden der britisch-amerikanischen Puppen und Comedyserie „Die Muppet Show“. Dieser Hinweis wird seit dem 19. Februar angeboten und eingeblendet. Darin heißt es: „Diese Stereotypen waren damals falsch und sind es heute noch.“

Doch warum löscht der Streamingdienst diese Folgen nicht einfach?

„Anstatt diesen Inhalt zu entfernen, möchten wir seine schädlichen Auswirkungen anerkennen, daraus lernen und Gespräche anregen, um gemeinsam eine offene Zukunft zu schaffen.“ so lautete die Begründung ihrer Entscheidung. Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass aus einem vermeintlich schlechten Einfluss für die Kinder, eine Aussage werden kann, die beweist, dass dieses Verhalten nicht korrekt ist und genau so nicht sein sollte.  

Ein weiter Grund dafür, dass sich jemand einer rechtsextremen Gruppe anschließt, ist ein falscher Freundeskreis. Einige rutschen nur zufällig in solche Kreise. Jemand der schon immer ein Außenseiter war und vielleicht sogar gemobbt wurde, sieht ältere Leute, die immer zusammen abhängen und möchte zu ihnen gehören. Doch genau in dieser Klicke sind Rechtsextremisten. Dieses Beispiel trifft auf sehr viele junge Leute zu. Sie suchen sich Vorbilder, sie wollen dazugehören und schließen sich dann solchen Gemeinschaften an, ohne sich einmal Gedanken darüber gemacht zu haben, dass sie sich gerade gewalttätig, rassistisch, antidemokratisch verhalten und andere Menschen mit ihren Worten und Handgreiflichkeiten verletzen. Zusätzlich wird einem mal wieder bewusst wie wichtig Bildung eigentlich ist. Denn auch ein geringes Bildungsniveau kann ein Problem sein. Um so weniger man gebildet ist, um so weniger ist Toleranz für andere Meinungen, der Sinn für Demokratie, in der jeder gleich ist und jeder eine zählende Stimme hat bekannt. Natürlich hat jeder Rechtsextremist eine andere Geschichte, wie er in diese Gemeinschaft gekommen ist, doch diese Punkte könne alle zusammen ausschlaggebend dafür sein.

Rassismus ist meist der Grundstein für eine Entwicklung zum Rechtsextremismus.

Doch nicht jede Art von Rassismus ist voll beabsichtigt. Es gibt den sogenannten „latenten Rassismus“, dieser unterschwellige Rassismus ist weit verbreiteten und ist nicht uns oft nicht wirklich bewusst. Ein Anzeichen für latenten Rassismus wäre zum Beispiel die Situation einer Wohnungsvermietung. Es bewerben sich zwei Personen (in dem Beispiel nur zwei fiktive Charaktere), Christine Schneider und ein Yusuf Coškun. Beide haben einen Job und eine Familie. Doch dadurch, dass sich der Name Yusuf Coškun ausländisch anhört, bekommt der Vermieter ein unterbewusstes Bild in den Kopf  und vergibt die Wohnung schlussendlich an Christine Schneider. Ihr Name ist typisch Deutsch und nicht unbekannt. Diese Entscheidung ist nicht so gefallen, weil der Vermieter vielleicht ein Rassist ist, seine Absichten hatten keine abwertenden Hintergedanken, doch bei Menschen ist es leider häufig so, dass alles was fremd und neu ist, erst einmal als nicht sicher eingestuft wird. Das ist natürlich richtig, man sollte erst ein Urteil fällen, wenn man nicht das „Fremde“ sondern das „Neue“ kennengelernt hat. So lassen sich die Grundsteine für eine rassistische Meinung gar nicht erst formen und es besteht keine Gefahr, vorschnell zu Urteilen oder gar die Ansichten des Rechtsextremismus zu teilen. Am besten Hass raus aus dem Herzen und Rassismus raus aus dem Kopf.

Es wird immer sehr viel über Rechtsextreme gesprochen, man schenkt ihnen viel Aufmerksamkeit und macht sich dabei viele Gedanken. Dabei werden die Menschen, die von Diskriminierung und Ausgrenzung betroffenen sind, sehr schnell vergessen, da der Fokus auf den Rechtsextremisten liegt und nicht auf den Opfern. Mit den Betroffenen zu reden und ihre Ängste zu teilen würde schon helfen. Ausgegrenzte brauchen eine offizielle Stimme, die sich für sie einsetzt. Menschen sollten nicht noch mehr spalten, sie sollten vereinen und jeden akzeptieren, wie er ist.

Dieses Motto funktioniert leider nicht bei allen. Ein Fall, bei dem extremer Rassismus und Rechtsextremismus eine große Rolle spielte, führte dazu, dass am 19. Februar vergangenen Jahres neun Menschenleben beendet wurden. Im Bundesland Hessen in Hanau erschoss ein 43-jähriger Mann namens Tobias Rathjen aus rassischen Gründen neun Menschen. Er war schon einmal negativ aufgefallen und ist später dann auch in eine psychiatrische Klinik gekommen, wo er aber schließlich als „ungeheilt“ entlassen wurde. 2013 hat Rathjen erstmals eine Waffenerlaubnis erhalten. Dass der Mörder, der trotz Wahnvorstellungen und rassistischen Äußerungen Waffen besitzen durfte, ist heute noch für viele Leute  unbegreiflich. Er brachte nur aus Hass gegenüber Immigranten und Ausländern an jenem Abend neun Menschen um. Wenn der 43-jährige nicht Rassist gewesen wäre und nur psychisch krank, hätte er vielleicht jeden umgebracht, egal welche Hautfarbe, welches Aussehen oder welcher Religionen dieser jemand angehört. Doch durch rassistisches Denken gehörten zu der Zielgruppe nur Immigranten. Jedes dieser Opfer hätte noch ein langes und erfülltes Leben vor sich gehabt, sie waren zwischen 21 und 37 Jahren. Jeder von ihnen hatte Träume, die er verwirklichen wollte und Ziele zu verfolgen. Diese Chance wurde ihnen genommen, weil ein fremder Mensch meinte sie, seien weniger wert, sie sollen verschwinden, sie hätten nicht verdient zu leben, weil sie anders waren. Der Mann kannte die Menschen noch nicht einmal, die er wahllos umgebracht hatte. Er glaubte zu wissen, wer sie waren und hatte seine vorurteilhafte Meinung zu ihnen. Nachdem er die neun Opfer umgebracht hatte, nahm er sich und seiner Mutter auch noch das Leben. Nur wegen dieser rassistischen Einstellung und dem Gedanken „Nicht Deutsch-Nichts Wert“ müssen heute Familie, Freunde, viele mit trauernde und traumatisierte Menschen mit dem Geschehenen leben.

Sie werden für immer an diese Tat erinnert werden, für die es keine Begründung gibt, außer der rassistischen, rechtsextremen Weltanschauung des Mörders. Es wird immer wieder die Frage aufkommen „Wird so etwas nochmal geschehen?“

Besonders ausländische Familien hat das Geschehen sehr tief getroffen, speziell auch aus persönlichen Gründen. Für sie ist es ein größeres Risiko auch Opfer einer solchen Tat zu werden, als zum Beispiel für gebürtige Deutsche. Dabei sind diese Leute genauso Menschen, wie man selbst ein Mensch ist.

Man muss dazu sagen, dass wenn man in der Blase des Rechtsextremismus gefangen ist, es schwer ist aus ihr wieder herauszukommen. Doch es ist nicht unmöglich. Menschen die merken, dass sie doch keine Rassisten, Neonazis oder antidemokratisch sind und aus diesem Umfeld aussteigen  möchten, können sich Hilfe suchen. Es gibt viele Organisationen, die solchen Menschen Unterstützung anbieten und ihnen helfen, wieder auf den richtigen Weg zu finden. Eine mögliche Aussteigergruppe nennt sich „Exit“ sie unterstützen die Menschen, dabei ihr Ziel durchzusetzen und nicht rückfällig zu werden. Sie geben ihnen das Gefühl „Sie sind nicht allein“. Man sollte sich daher immer gut überlegen, was man äußert und wem man vertraut oder als Freund sieht. Das wichtigste ist, dass man sich treu bleibt, egal was irgendwelche rechtsextremen Menschen von sich geben. (so sagte es eine „Black-Lives-Matter“ Aktivistin)

Rassisten bzw. Rechtsextreme verpassen durch ihren Hass gegenüber allem, was anders ist, ist so viele tolle Menschen. Meist sind sie erfüllt mit Angst. Sie haben Angst vor Ausländern, Angst vor Demokratie, Angst vor allem was Anders ist, Angst vorm Denken und Angst vor der Freiheit. Diese Angst äußern sie mit Aggressionen, Gewalt, Beschimpfungen und „heruntermachen“ von Menschen, die nicht ihrer Meinung sind. Sie brauchen eine Zielscheibe, auf die sie schießen können, um sich danach stark und besser zu fühlen.

Doch müssen deshalb Menschen und die Demokratie darunter leiden?

Ab 18 Jahren darf jeder in Deutschland wählen gehen. Man sollte sich vorher einmal informieren, welche Partei welche Ziele erreichen will und wofür sie sich einsetzt.  Wer wählen gehen darf, sollte das auch unbedingt tun. Um die Demokratie aufrechtzuerhalten, kann man seine Stimme einer Partei geben, die das demokratische Verhalten schützen will. Dazu gehören „die Grünen“, „die CDU“, „die FDP“ etc… Eine Partei, die sehr rechts orientiert ist, ist die AfD, die „Alternative für Deutschland“. Diese Partei teilt viele  Ansichten der Rechtsextremisten. Wenn man also gegen Rassismus und für Toleranz ist, sollte diese Partei 

nicht infrage kommen. Solange man noch nicht berechtigt ist zu wählen, kann man sich natürlich trotzdem für das Thema „Toleranz“ engagieren.

Man kann anderen erklären, wie wichtig ein vorurteilsloses Denken ist und dass alle Menschen das gleiche Recht haben, frei und ohne Diskriminierung zu leben. Außerdem kann man in ganz normalen Alltagssituationen einschreiten, wenn Jemand einen Menschen rassistisch beschimpft oder gar handgreiflich wird. Man sollte versuchen, sein eigenes Wissen weiterzugeben und Andere über rechtsextreme Gewalt aufzuklären. Wenn jeder ein bisschen dazu beiträgt, Rassismus und Rechtsextremismus zu stoppen, kann schon viel bewirkt werden.

Es gilt also immer noch „Hass raus aus dem Herzen und Rassismus raus aus dem Kopf.“

Emilia Bake