Politische Bildung ist das Fundament der Demokratie

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Kritik an der „letzten Instanz“,oder: „die beste Instanz“

Am 29.01. lief im WDR die Sendung „die letzte Instanz- der Meinungstalk mit Steffen Hallaschka“. Im Internet stellt sich die Sendung folgendermaßen vor: „Ob politische Geschmacklosigkeiten, grenzwertige Promi-Tweets, fragwürdige Schlagzeilen oder Moralfragen – zu all dem äußern die vier Gesprächsgäste deutlich ihre Meinung. Denn klare Kante ist gefragt.“ 

Inhalt der besagten Sendung war unter anderem die Frage, ob es „ein notwendiger Schritt“ war, die Z*******sauce umzubenennen. Diese Frage führte in der Sendung zu einer Diskussion über rassistische Begriffe und Diskriminierung im Allgemeinen. Und wer „diskutierte“? Fünf weiße Menschen. Die Kritik ließ zu Recht nicht auf sich warten. Romani Rose, Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma sagte dazu:„Mit Fassungslosigkeit habe ich registriert, dass zwei Tage nach dem Internationalen Holocaust-Gedenktag, an dem der 500.000 in Europa ermordeten Sinti und Roma gedacht wurde, es sich vier Menschen aus der Mehrheitsgesellschaft anmaßen, darüber zu urteilen, ob eine von der Minderheit als beleidigend abgelehnte Fremdbezeichnung im deutschen Sprachgebrauch ihre Berechtigung habe oder nicht. Die „letzte Instanz“ bei dieser Frage sind die Betroffenen, deren Meinung in der Sendung jedoch nicht gehört wurde. (…)“ 

Diesen Unmut über die redaktionell ausgewählten Gäste hat nun Komikerin Enissa Amani in einer eigenen Sendung zum Ausdruck gebracht. Der Name: „die beste Instanz“. Mit dabei waren Gäste, die nicht nur direkt von der Diskriminierung betroffen sind, sondern auch eine wissenschaftliche Expertise zu dem Thema mitbringen: Max Czollek, Publizist, Lyriker und Coach, Mohamed Amjahid, Journalist und Autor, Gianni Jovanovic, der sich für Sinti und Roma und Menschen aus der LGBTQI- Community einsetzt, Nava Zarabian von der Bildungsstätte Anne Frank und Dr. Natasha A. Kelly, Kommunikationswissenschaftlerin und Soziologin mit den Schwerpunkten Kolonialismus und Feminismus. 

Die Sendung ist nicht nur als Antwort auf „die letzte Instanz“ immens wertvoll, sondern zeigt nur beispielhaft ein viel größeres Problem auf: dass die Stimmen derer, die wirklich etwas zu sagen haben, ob aus eigener Betroffenheit oder wissenschaftlicher Fachkenntnisse, immer noch viel zu selten gehört werden. 

Die Sendung findet sich auf Youtube. Sie dauert ungefähr 90 Minuten. 

90 Minuten, die es wirklich wert sind. 

Greta Radke