Politische Bildung ist das Fundament der Demokratie

Politische Bildung ist das Fundament der Demokratie

Börsenlexikon Teil II: N-Z

N

NASDAQ

NASDAQ steht für „National Association of Security Dealers Automated Quotation System“ und ist die größte elektronische Börse mit Hauptsitz in den USA. Sie ist bekannt für junge, wachstumsorientierte Unternehmen. 

Nennwert

Der Nennwert gibt den Anteil einer Aktie am Grundkapital einer Aktiengesellschaft an. Das Grundkapital ist der Anteil an Aktien, den das Unternehmen ausgibt, um sich Eigenkapital zu beschaffen. Die Ausgabe einer Aktie unter Nennwert ist nicht erlaubt. Der Nennwert ergibt sich aus der Division von Grundkapital durch den darüber auszugebenen Aktien oder Obligationen (s.u.). Beispiel: Der Nennwert der BMW-Aktie beträgt 1€, die Anzahl der Stammaktien 602 Mio. und die Anzahl der BMW-Vorzugsaktien 54,26 Mio., daraus ergibt sich ein Grundkapital von 656.260.000€.

New York Stock Exchange (NYSE) 

Die New York Stock Exchange ist die größte Börse der Welt mit Sitz in New York. Nach MEZ kann man dort Wertpapiere zwischen 15:30 – 22:00 Uhr handeln. Der Börsenplatz existiert seit dem 18. Jahrhundert. Außerdem ist die NYSE besser unter dem Namen „Wall Street“ bekannt.  

Nikkei Heikin Kaubuka (Nikkei 225)

Der Nikkei 225 ist der japanische Leitindex und außerdem der bedeutendste Aktienindex Asiens. Er ist ein Index, der die Entwicklung an der Tokioter Börse misst. Dabei orientiert er sich an den Kursen von 225 dort notierten Unternehmen.  

O

Obligationen

Eine Verpflichtung des Schuldners gegenüber dem, der ihm Geld geliehen hat: Der Schuldner stellt eine Urkunde aus, in der er sich verpflichtet, das geliehene Geld / die geliehen Aktien innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu einem bestimmten Zinssatz zurückzugeben. 

OPEC

Organization of the Petroleum Exporting Countries zu deutsch die Organisation der erdölexportierenden Länder ist eine 1960 gegründete internationale Organisation mit Sitz in Wien. Die Mitglieder fördern ca. 40% des weltweiten Öls und besitzen 3/4 der Erdölvorkommen. 

Option & Optionsschein 

Der Inhaber einer Option hat das Recht, innerhalb eines bestimmten Zeitraums eine Aktie o.ä. zu kaufen oder zu verkaufen. Man kann eine Option wahrnehmen oder verfallen lassen. Lässt man sie verfallen, verliert man das Geld, welches man für die Option bezahlt hat. 

Order

Die Order ist der Auftrag an die Börse, eine Aktie zu kaufen oder zu verkaufen, deshalb unterscheidet man zwischen Kauf- und Verkaufsorder. 

Outsourcing 

Outsourcing wird die Auslagerung eines Unternehmensbereichs genannt, der nicht zum Kerngeschäft gehört. Es werden externe Dienstleister beauftragt, die bestimmte Aufgaben übernehmen sollen, z.B. die Buchhaltung oder den IT-Bereich. 

P

Penny Stock 

Als Penny Stocks werden Aktien bezeichnet, die einen sehr geringen Wert haben (unter 1$). Meist handelt es sich um Unternehmen, die auf eine Insolvenz zusteuern oder schon insolvent sind. Eine Investition in sie ist eine Turnaround-Wette (s.u.) und somit mit sehr hohem Risiko verbunden, da schon kleine Kursschwankungen große prozentuale Bedeutung haben. Ein Beispiel wäre Wirecard, die inzwischen ein Penny Stock sind: Ende Dezember kostete eine Aktie an die 40 Cent, dann sprang der Wert Mitte Januar an einem Tag auf fast 1,30€, klingt zwar erst einmal nicht viel, sind aber über 300% Wertsteigerung. 

Am nächsten Tag fiel die Aktie wieder auf unter 50 Cent. Mit perfektem Timing konnte man hier Gewinn machen oder Schadensbegrenzung betreiben.

Performance

Die Performance gibt die Kursentwicklung einer Aktie, eines Portfolios (s.u.) oder eines Fonds  in einem bestimmten Zeitraum an. Sie wird meistens in Prozent angegeben, denn man dividiert den jetzigen Kurs mit dem Kurs am Start des Zeitraums.

Platzierung 

Als Platzierung wird der Verkauf von Wertpapieren an Investoren bezeichnet, direkt nach dem diese herausgegeben wurden.

Portfolio 

In der Börsen-Welt meint Portfolio die Zusammenstellung des Depots, das Verhältnis von Fonds zu Einzelaktien oder die Verteilung der Investments über verschiedene Branchen, um das Risiko zu streuen. 

Q

Quartalsbericht 

In der Regel gibt eine Aktiengesellschaft alle drei Monate (ein Quartal) eine Veröffentlichung mit der Zwischenbilanz heraus. Dadurch wird mit Gewinnen, etc. transparent umgegangen und potentielle Investoren haben einer stärkere Datenlage zur Analyse. Firmen, die jedes Quartal Berichte herausbringen, zahlen in der Regel auch in diesem Rhythmus die Dividende aus. 

R

Realtime-Kurse

Guckt man sich den Realtime-Kurs einer Aktie an, sieht man die Kursentwicklungen zeitgleich mit ihrer Entstehung. 

Rendite 

Die Rendite gibt den Erfolg einer Anlage im Verhältnis zum Einsatz an. Sie wird in Prozent angegeben.  Man kann natürlich auch einen negative Rendite haben, wenn die Aktie nach Investition an Wert verliert. 

Rezession 

Die Rezession ist eine Phase des Konjunkturzyklus’, die auf eine Hochkonjunktur folgt. Sie meint den wirtschaftlichen Abschwung und macht sich auch an den Börsen durch fallende Kurse bemerkbar.

Runaway – Gap 

Mit Runaway-Gaps hat man es zu tun, wenn man einen Aktienchart analysiert. Treten in einem Kurs Lücken bei einem anhaltenden Auf- oder Abwärtstrend auf spricht man von ihnen. Sie entstehen, wenn die Aktie es schafft, von einem auf ein anderes Kursniveau zu springen. 

S

Spekulation 

Spekulationen sind Aktienkäufe, die meist mit einem hohen Risiko verbunden sind. Das Ziel sind hohe Renditen. Spekulationen treten oft im Handel mit Optionen auf.  Im Prinzip ist aber jeder Aktienkauf eine Spekulation, da man nicht in die Zukunft blicken kann.

Split

Bei einem Split wird die Anzahl der Aktien mit einem bestimmten Multiplikator vervielfacht, dafür sinkt der Wert einer Aktie. Das bedeutet, wenn eine Aktie vorher 500 Euro gekostet hat, die AG dann bei einem Split die Aktienanzahl verdoppelt, ist eine Aktie danach 250€ wert. Hat man eine Aktie im Depot, die gesplittet wird, vervielfacht sich die Anzahl der Aktien im Depot mit dem gleichen Multiplikator, aber der Wert bleibt gleich. Wenn man vorher 10 Aktien von Tesla zum Wert von 1400€ hatte, diese dann einen Split mit dem Multiplikator 2 durchführt, hat man danach 20 Aktien im Wert von 700€. Die Summe von 14.000€ bleibt gleich. 

Das führen vor allem Firmen durch, deren Aktie einen sehr hohen Wert hat, um potentielle Investoren nicht durch den Preis einer Aktie abzuschrecken. Im Prinzip ist dieser Vorgang nur eine optische Anlockung, da man lieber weniger Geld für eine Aktie bezahlt.

Das Gegenteil ist der „Reserve-Split“, bei dem möchte ein Penny Stock-Unternehmen vermeiden, als Penny Stock bezeichnet zu werden und verringert deshalb die Anzahl der Aktien, der Wert steigt aber. Hat man 50 Aktien zum Wert von 50 Cent, könnte man danach, bei einem Divisor von 10, 5 Aktien zum Preis von je 5€ haben. 

Spread

Der Spread ist die Differenz zwischen Geld- und Briefkurs. Das ist der günstigste Preis, zu dem jemand an einem Zeitpunkt X eine Aktie kaufen möchte, und der teuerste Preis, zu dem jemand zum gleichen Zeitpunkt verkaufen möchte. Die Börse vermittelt zwischen beiden Werten und ermittelt den aktuellen Handelskurs zu dem Wert, zu dem sie momentan die meisten Käufer und Verkäufer zusammenbringen kann. 

Spesen

Spesen sind bei Bank- oder Aktiengeschäften anfallende Kosten. Bei bestimmte Banken muss man z.B. beim Kauf von Aktien eine Gebühr für die Bearbeitung des Vorgangs machen. Online Banken sind in dem Punkt günstiger oder zum Teil kostenfrei. 

Stammaktie 

Kauft man Stammaktien einer Firma, hat man auf der Hauptversammlung volles Stimmrecht. 

T

TecDAX

Der TecDAX ist ein Index der deutschen Börse, in dem nach Marktkapitalisierung (s.o.) die 30 größten  deutschen Technologiekonzerne gelistet sind. Es sind z.B. die Deutsche Telekom und freenet beinhaltet. 

Turnaround

Man spricht von einem Turnaround, wenn eine Aktie nach einer schlechten Entwicklung einen nachhaltigen positiven Trend erkennen lässt. Wettet man auf einen Turnaround, glaubt man, dass die Aktie einen haben wird, kann es aber noch nicht absehen, das fußt meistens auf dem Glauben, dass das Unternehmen sein Geschäftsmodell verbessert.

U

Ultimo 

Ultimo ist in der deutschen Börsensprache der letzte Tag des Monats. Wenn man z.B. ein Limit beim Aktienkauf setzt, kann man dieses maximal bis zum Ultimo. 

Umsatz je Aktie 

Der Umsatz je Aktie ist auch ein Instrument zur Aktienbewertung. Es wird der Gesamtumsatz eines Unternehmens durch die Aktienanzahl geteilt. Netflix zum Beispiel hat einen Gesamtumsatz von 24.996 Mio. US$ und eine Gesamt-Aktien-Anzahl von 442,9 Millionen Aktien, daraus ergibt sich ein Umsatz p. Aktie von 55,03 US$. Daraus ergibt sich auch das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis).

Unterbewertung 

Wenn eine Aktie nach Analyse mit den üblichen Instrumenten billiger erscheint, als sie sein müsste, ist sie unterbewertet. 

V

Volatilität

Die Volatilität ist eine mathematische Größe, die den Schwankungsbereich einer Wertanlage angibt. Bei Aktien wird dafür ein Mittelwert für die Entwicklung in einem Monat berechnet und die Schwankungen dieses Wertes als Volatilität angegeben. So stellt die Volatilität die mathematische Standartabweichung der durchschnittlichen Wertentwicklung einer Aktie dar. Umso höher die Volatilität, desto risikoreicher gilt eine Geldanlage.

Vorbörse

Als Vorbörse, auch außerbörslicher Handel, werden Wertpapiergeschäfte oder Kursschätzungen vor der Eröffnung der Börse bezeichnet. Dabei werden Geschäfte meist telefonisch ohne börsliche Aufsicht abgeschlossen. Da die gehandelten Volumina der Vorbörse deutlich geringer sind, haben sie zwar weniger Relevanz, können aber Richtungsentwicklungen und Trends andeuten.

Vorstand

Der Vorstand eines Unternehmens ist das Organ der Geschäftsführung, welches die Geschäfte eines Unternehmens leitet und die strategischen Ziele festlegt. In einer Aktiengesellschaft wird der Vorstand vom Aufsichtsrat auf höchstens 5 Jahre bestellt und überwacht. Der Vorstandsvorsitzende entspricht dem amerikanischen Chief Executive Officer (CEO).

Vorzugsaktie

Die Vorzugsaktie hat neben der üblichen Stammaktie einige Vorzüge vor allem hinsichtlich der Dividende, da diese meist höher ausfällt und ein Vorzugsaktionär am Bilanzgewinn anteilig beteiligt wird. Im Gegenzug hat ein Vorzugsaktionär häufig keine Stimmrechte im Unternehmen, was für den Herausgeber zum Vorteil ist. 

W

Wall Street

Die Wall Street ist eine Straße in New York an der sich die Börse NYSE befindet, welche als eine der bedeutendsten und ältesten der Welt gilt. Die Wall Street ist dadurch Sinnbild für das New Yorker Bankenviertel geworden, welches die größten Investmentbanken, Hedgefonds und Kreditinstitute der Welt beheimatet. 

X

Xetra

Xetra ist eine digitale Handelsplattform der Frankfurter Börse, welche mittlerweile mehr als 90% des deutschen Aktienhandels abwickelt. Da die dort gehandelten Volumina sehr hoch sind, gilt Xetra als besonders liquide, was zu einem schnellen und marktgerechten Handel führt. Der Name ist eine Abkürzung für „exchange electronic trading“.

Z

Zentralbank

Die Zentralbank, auch Notenbank oder Nationalbank, ist die Bank eines Staates oder, wie in der EU, einer Währung. Ihre Aufgabe ist vor allem die Geldpolitik und die Regulierung der Geldmenge, aber auch die Verwaltung von Währungsreserven wie Gold oder Bargeld. Die Zentralbank bestimmt den Leitzins, den die privaten Banken daraufhin übernehmen. In der EU ist die Europäische Zentralbank (EZB) für diese Aufgaben zuständig, wobei sich die Leitung aus Abgeordneten der nationalen Zentralbanken zusammensetzt.

Zinses-Zins-Effekt

Der Zinses-Zins-Effekt gilt als einer der wichtigsten und gleichzeitig unterschätztesten Faktoren der Geldanlage. Er beschreibt die fortlaufende Verzinsung eines ursprünglichen angelegten Grundkapitals zu einem festen Zinssatz, wobei nach jedem Zyklus das durch die Zinsen gewonnen Geld wiederum verzinst wird. So kann mit einer durchschnittlichen Rendite von 8% ein Anfangskapital von 1.000€ innerhalb von ca. 10 Jahren verdoppelt werden und in einem Zeitraum von 50 Jahren sogar auf 45.000€ wachsen. Dieser Anstieg ist exponentiell und ist eines der Hauptargumente für eine frühzeitige Geldanlage. 

Stine Bartram, Max Knopp